Tianjin in China gelangte nicht erst dadurch zu Bedeutung, dass anlässlich der Olympiade 2010 einige Fußballspiele hierher vergeben wurden. Die Stadt am Yantse Kiang, die auch Tientsin genannt wird, ist auch ein Beispiel dafür, wie die Moderne Einzug in China hält. Die Stadt liegt am Westufer des Bohai-Sees, was der Stadt eine Küstenlinie von 130 Kilometern und einen wichtigen Hafen verschafft. Die Gründung der Stadt geht ins 15. Jahrhundert zurück. Das umliegende Lößgebiet ist nicht nur fruchtbar, sondern auch Erdbeben gefährdet. Das Klima ist im Sommer feucht-heiß, im Winter trocken und kalt.
Als eine der vier regierungsunabhängigen Städte hat Tianjin den Status einer Provinz. In der Stadt kommen mehr als 3,7 Millionen Einwohner unter, im Umland nochmals mehr als . Millionen. Kein Wunder, denn Tianjin ist längst eine Industriemetropole und der kulturelle Mittelpunkt der Region. Aufgrund der ländlichen Strukturen entsteht kein geschlossenes Stadtbild, wie etwa im Vergleich mit Shanghai oder Beijing gegeben. Der Weg von einem Fischerdorf zu einer Millionenmetropole ist steinig und führt durch viele Jahrzehnte. Er erfordert zahlreiche Bauunternehmungen, Industrieansiedlungen und Investitionen.
Was man hier sehen kann, ist also chinesische Architekturentwicklung aus der Zeit der Jahrhundertwende bis zur Moderne. Der Tempe. des Mitleid und der Konfuziustempel repräsentieren buddhistische Einflüsse, die Große Moschee in der Altstadt die Anwesenheit muslimischer Bürger. Der Trommelturm beherbergt ein Museum über die Geschichte der Stadt. In der alten Kulturstraße kann man das echte chinesische Leben kennen lernen. Das Zunfthaus der Gunagdonger Kaufleute ist heute ein Opernhaus. Parks, Zoos und Kirchen gilt es zu entdecken. Und da alles im Wandel ist, kann man immer neues entdecken.