Zu den russischen Ortschaften, die wegen fehlender Industrie größtenteils vom Fremdenverkehr leben, gehört die knapp 200 km von Moskau entfernte Stadt Wladimir. Die etwa 341.000 Bewohner der Stadt haben sich voll und ganz auf den Tourismus eingestellt, was auf Grund der beeindruckenden historischen Bauwerke, die den Reichtum der Stadt widerspiegeln, auch kein großes Problem ist.
Bereits die Fürsten und Machthaber im 12. Jahrhundert waren sehr darum bemüht, Wladimir zu einem kulturellen und religiösen Zentrum zu machen und sie stellten auch erhebliche Mittel bereit, um dieses Ziel zu erreichen. Dadurch entstand ein unverwechselbarer Touristenort, der jährlich Tausende Besucher durch seinen Prunk und die Zeugnisse des Wohlstandes in ungläubiges Staunen versetzt.
Das Wahrzeichen von Wladimir ist die 1160 eröffnete „Mariä-Himmelfahrts Kathedrale“ mit ihrem im hinteren Teil befindlichen Fresko einer Darstellung des Jüngsten Gerichts von Andrei Rubljows. Das Grundgebäude dieser Kathedrale wurde im Laufe der Zeit immer wieder durch Erweiterungen und Anbauten ergänzt. Golden. Kuppeln kamen hinzu, Mauern wurden aufgestockt und eine Galerie wurde ergänzt und machten diese Kathedrale dadurch zu einem derart einmaligen Kunstwerk, das viele Jahre lang als Vorbild für viele weitere orthodoxe Kathedralen des Landes galt. Selbs. der Moskauer Kreml soll dieser Kirche nachempfunden sein.
Aber mit der „Mariä-Himmelfahrts Kathedrale“ ist das touristische Angebot von Wladimir natürlich noch lange nicht erschöpft. Unbedingt besuchen, weil absolut einmalig, ist darüber hinaus auch das 14 . hohe letzte von ursprünglich fünf noch erhaltene ehemalige Stadttoren, das heute als „Goldenes Tor“ bekannt ist oder auch der letzte Aufenthaltsort der Fürstenfamilie, das s. genannte Fürstinnenkloster mit ebenfalls unfassbaren Reichtümern und edlen Verzierungen.
Auch das „Kloster Bogoljubowo“ mit der angrenzenden Schlossruine kann Geschichten von einstigen Fürstenhäusern erzählen und unweit davon steht die bereits im Jahre 1165 erbaute „Mariä-Schutz-Kirche“ von Wladimir. Und das sind nur einige wenige der unzähligen Gotteshäuser, von denen jedes für sich eine einzige Augenweide ist. Man könnte die Reihe hier noch beliebig lange fortsetzten („Demetrios Kathedrale“, „Troitzkaja Kirche“, „Christi-Geburt Herrenkloster“).
Dem Besucher werden in Wladimir kurz gesagt wohl die Augen über- und das Herz aufgehen angesichts dieser unvergleichlichen Schönheit, gepaart mit vortrefflicher Handwerkskunst und für russische Verhältnisse enormen Reichtum. Völlig zu Recht steht Wladimir seit 1992 deswegen auch auf der UNESCO . Liste des Weltkulturerbes.