Man nennt Gomera auch die Kolumbusinsel, weil der bekannte Entdecker 1492 in der heutigen Inselhauptstadt San Sebastian halt machte, um Proviant aufzunehmen. Gomera mag touristisch weniger entschlossen sein als andere Kanareninseln, weniger faszinierend ist die Insel deshalb aber nicht! Man konnte das Eiland lange nur per Schiff erreichen und dadurch konnte es sich gegen große Hoteltürme wappnen und stattdessen seine landschaftliche Ursprünglichkeit erhalten. Der Flughafen wurde erst 1999 eröffnet.
Abwechslungsreicher könnte wohl kaum eine Umgebung sein. Schwarze Strände und Regenwälder, schroffe Felsen, Vulkane und fruchtbare Plantagen – es klingt nach krassem Widerspruch und fügt sich doch zu einem reizvollen Ganzen. Wanderfans kommen hier voll auf Ihre Kosten. Badende müssen hingegen an vielen Stränden mit Unterströmungen rechnen. Der östlich bei Hermigua. liegende Nationalpark Garajonay wurde wegen seines einzigartigen Baumbestandes zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt. Bis zu 500 Meter hohe Zedernbäume und jahrhundertealte Lorbeerbäume bieten mit ihren bizarren Silhouetten eine phantastische Kulisse.
Dass man hier eine eigene Sprache spricht, wundert nur wenige – aber dass es eine Pfeifsprache ist, ist einmalig auf Erden. Man benutzte „El Silbo“ zur Kommunikation in den bergigen Gegenden, wo es mühsam war, ins Nachbartal zu kraxeln, um dort eine Nachricht zu überbringen. Die touristisch beliebteste Gegend Gomeras ist das Valle Gran Rey. Mehrere Dörfer liegen in einem paradiesisch anmutenden Tal zwischen schroffen Felswänden. Tausende von Palmen, Bananenplantagen und Terrassenfelder sorgen für eine äußerst attraktive Kulisse für Urlaubsträume. Dies begeisterte zuerst die Hippies der Siebziger, später kamen Mütter mit ihren Kindern auf der Flucht vor dem Fallout aus Tchernobyl. Der Alternativtourismus ist hier immer noch wichtiger als der klassische Pauschalreisende.